Speisezimmer

„ …Nächst diesen Gemälden fesseln uns im Speisesaal die mustergültig ausgeführten Holzschnitzereien an Decken und Wänden…“ 
(Drachenfels und Schloss Drachenburg bei Königswinter am Rhein, o. D. (um 1904).)

Für die dekorative Ausschmückung dieses ebenso imposanten wie anheimelnden Raumes sind vorwiegend Jagdmotive verwandt worden. Der Münchner Maler Ferdinand Wagner (1847-1927) schilderte einst in fünf Gemälden den „Verlauf einer Jagd des Ritters der Drachenburg im 14. Jahrhundert“, deren Schauplatz die Ufer des Rheins sind. Ein „Aufbruch zur Jagd“ im Nordosten bildete ursprünglich die Einleitung in den Gemäldezyklus. Der „Höhepunkt der Jagd“, in dem der gehetzte Hirsch, von den Hunden gepackt, in den Rhein flüchtet, während der am Ufer ansprengende Ritter seinen Jagdspieß bereits zum Wurf ausholt, ist im Osten dargestellt. Auch die „Wildschweinjagd“ im Südosten ist in dem entscheidenden Moment abgebildet, in dem der von den Hunden gestellte Eber durch einen Lanzenstoß des Jägers erlegt wird. Im Südwesten ist die „Rast bei Bad Godesberg“ zu sehen und im Nordwesten wiederum befand sich ursprünglich die „Rückkehr von der Jagd“.

Als Originalgemälde hat sich lediglich die südliche Hälfte der Ostwand mit dem Hauptgemälde der Hirschjagd erhalten, die restlichen Gemälde gelten seit dem Zweiten Weltkrieg als verschollen. Fehlstellen der Ostwand wurden nach 1947 und in den 1970er Jahren rekonstruiert, Fehlstellen der Süd- und Nordwand wuden in den 1970er Jahren – teilweise phantasievoll ohne Originalvorlagen – ergänzt. Im Zuge der Restaurierungsarbeiten im Jahr 2009 wurden im Osten die in die Originalmalerei eingreifenden Übermalungen entfernt, die Gemälde gesichert, gereinigt und die freigelegten Übergänge zwischen Original und Ergänzung schmal retuschiert, so dass die original erhaltene, qualitätvolle Malerei Ferdinand Wagners heute wieder gänzlich gezeigt werden kann. Die Gemälde der 1970er Jahre im Süden und Norden wurden gereinigt und gesichert.

Auch die ursprünglichen Fenster des Speisezimmers waren mit Glasgemälden mit dem Thema „Jagd“ versehen. Die Verglasungen wurden 1883/1884 nach Skizzen von Ferdinand Wagner und Zeichnungen von Alois Brunner von der Franz Xaver Zettler‘schen Hofglasmalerei München angefertigt und gelten ebenfalls seit dem Zweiten Weltkrieg als verschollen. Die größtenteils original erhaltenen Holzarbeiten, wie Decke, Täfelungen und Buffet, mit ihren aufwändigen Schnitzereien, wurden 1884 von der Firma Rümann, Hannover, ausgeführt und im Jahr 2009 komplett restauriert und teilweise rekonstruiert.