Dauerausstellung zur Schlossgeschichte

Mit der Übernahme von Schloss Drachenburg 1989 durch die Nordrhein-Westfalen-Stiftung endet vorerst eine sehr wechselvolle Schlossgeschichte. Anfänglich als Villa für einen Börsenmann erbaut, wurde die Drachenburg später für Touristen geöffnet. Die Anlage beherbergte ein Frauengenesungsheim und diente zudem als Wohnsitz reicher Fabrikanten. Mehrmals war das Schloss als Schule eingerichtet, stand aber auch lange Jahre leer und geriet in Verfall.

Die Gebäude und Räume erfuhren viele Umbauten je nach Nutzungsform und Geschmack der Besitzer. Die Restaurierungsarbeiten haben die frühere Pracht der Erbauungszeit wieder zum Vorschein gebracht. Heutzutage lädt das Schlossensemble die Besucher ein, die Wohnkultur des späten 19. Jahrhunderts zu erleben. In der Dauerausstellung zur Schlossgeschichte in der Ebene unterhalb der Schauräume können Sie auf eine Reise durch die bewegte Geschichte dieses Bauwerks gehen. Anhand von Bildern, Originalobjekten und kurzen Erläuterungstexten lernen Sie die einzelnen Besitzer und Nutzer kennen, die das Schloss vor der NRW-Stiftung prägten. Ein Geschichtsfilm, in einzelnen Kapiteln den verschiedenen Nutzungsphasen zugeordnet, vertieft die Informationen auf spannende Art und Weise.

Dauerausstellung zur Restaurierung und Rekonstruktion

1989 erwarb das Land NRW das Schlossensemble für 8 Millionen DM und übertrug es der Nordrhein-Westfalen-Stiftung zur Wiederherstellung. Bei der Übernahme war der bauliche Zustand katastrophal, kostbare Originalsubstanz jedoch so umfangreich erhalten, dass eine weitgehende Rekonstruktion des einzigartigen Originals für alle Beteiligten möglich und geboten schien. Die denkmalgerechte Wiederherstellung erfolgte in enger Kooperation mit dem Land Nordrhein-Westfalen und der Stadt Königswinter. Zu Beginn fanden sorgfältige Voruntersuchungen statt, aus denen die Planer ein umfangreiches Gutachten erstellten. Nach ersten Notsicherungsmaßnahmen begannen die Arbeiten mit der Sanierung der großen, als Fundament dienenden Terrasse.

In weiteren Bauabschnitten wurden der Nordturm, die Kunsthalle und schließlich der Wohntrakt mit seinen aufwändigen Innenräumen sorgsam restauriert und nach historischen Quellen rekonstruiert. An der äußerst komplexen Gesamtmaßnahme waren insgesamt mehr als 30 Institutionen, 65 Planungsbüros und Sachverständige sowie rund 270 Firmen und Handwerksbetriebe beteiligt. Rund 3.500 Personen ließen in 20-jähriger Tätigkeit ein einmaliges Ensemble der Gründerzeit wiederauferstehen.

In der Wagenhalle von Schloss Drachenburg ist diesen aufwendigen Maßnahmen eine eigene Dauerausstellung gewidmet. Anhand von ausgewählten Beispielen werden hier den Besuchern anschaulich die Arbeitsweisen der Restauratoren näher gebracht. Durch eindrucksvolle Großfotos, Originalobjekte und Werkstücke können die Gäste die Arbeiten an den Naturwerksteinen, der Dachsanierung und den Wandgestaltungen im Inneren nachvollziehen. Die große Restaurierung ist gleichsam die jüngste Phase in der der bewegten Geschichte des Ensembles Schloss Drachenburg und versteht sich als Fortführung der Dauerausstellung zur Schlossgeschichte.