Neue Fenster für die Kunsthalle

Rubens, Dürer und Rembrandt kehren auf Schloss Drachenburg zurück

Das Besondere der Kunsthalle von Schloss Drachenburg waren einst ihre kostbaren Bleiglasfenster. Sie zeigten berühmte Persönlichkeiten aus allen Bereichen des Weltgeschehens, der Kunst und der Wissenschaft. Die Fenster gingen im Zweiten Weltkrieg verloren. Nun konnte dank einer Erbschaft aus England das große Hauptfenster der Westseite der Kunsthalle originalgetreu rekonstruiert werden..

Die ursprünglichen Fenster fertigte die Königlich Bayerische Hofglasmalerei Franz Xaver Zettler in München an. Das traditionsreiche Unternehmen wird seit 1930 von der Mayer‘schen Hofkunstanstalt fortgeführt. Für den Gesamtentwurf der Glasmalereien der Kunsthalle war Wilhelm Hoffmann verantwortlich, mitunter einer der Architekten von Schloss Drachenburg. Er war zuvor als Lehrling am Kölner Dom an der Schaffung von Buntglasfenstern beteiligt. So wundert es nicht, dass die Bonner Zeitung am 09.08.1885 über die Fenster der Kunsthalle von Schloss Drachenburg schrieb: „Jeder Besucher erklärt, dass der Farbenglanz dieser Malereien an Wirkung demjenigen der berühmten Glasfenster im Kölner Dome nicht nachstehe. Stundenlang könnte man hier Welt-, Kunst- und Literaturgeschichte studieren.“

Historisches Bildmaterial aus dem Schlossarchiv, Originalskizzen aus dem Archiv der Mayer’schen Hofkunstanstalt und Fr. X. Zettler München sowie die Farbigkeit der wenigen erhaltenen Scheiben bildeten die Grundlage der aufwändigen Rekonstruktion des großformatigen Fensters durch die Mayer’sche Hofkunstanstalt München.

Die fünf schmalen Fensterbahnen zeigen die Maler Rubens, Dürer und Rembrandt sowie florale Darstellungen. In der darüber liegenden Rosette thront eine Allegorie der Poesie zwischen den Wappen des Deutschen Kaiserreichs und des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Nordirland. Die Erbschaft eines älteren Herrn aus Brighton, der sich dem Rheinland und Schloss Drachenburg sehr verbunden fühlte, machte die Rekonstruktion möglich. Als er mit 85 Jahren verstarb, setzte er unter anderem die Nordrhein-Westfalen-Stiftung als Eigentümerin von Schloss Drachenburg zur Erbin ein. „Die deutsch-englische Allianz in den historischen Wappen ist ein schönes Symbol für diese Verbundenheit“, unterstreicht Martina Grote, Geschäftsführerin der NRW-Stiftung, die Dankbarkeit für die großzügige Förderung. „Wir hoffen auch weiterhin auf die Unterstützung durch Menschen, die sich ihrer Heimat und ihren Denkmälern verbunden fühlen. Die Rekonstruktion der historischen Glasfenster trägt sehr zur besonderen Atmosphäre auf Schloss Drachenburg bei.“

Die eingebauten Fenster sind ab sofort für interessierte Schlossbesucher zu besichtigen