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Haupttreppenhaus

„ ...Über den majestätischen, in weißem, rotem und grünem Marmor ausgeführten Stufen ziehen sich geräumige Podeste hin, die einen bequemen und durch nichts behinderten Ausblick der herrlichen Decken- und Wandmalereien ermöglichen...“
(Drachenfels und Schloss Drachenburg bei Königswinter am Rhein,
o. D. (um 1904).)

Das Haupttreppenhaus wird im Villen- und Schlossbau als „repräsentatives Schaustück“ verstanden. Es bildet den glanzvollen Auftakt des Hauses und sollte dementsprechend prachtvoll ausgestaltet sein.

Im Barockschloss war das Treppenhaus das Zentrum des Baus, es war ein Bestandteil der streng hierarchisch aufgebauten Raumfolge. Die Treppe war Ort der Begrüßung, Bühne für das Zeremoniell des Empfangens und Geleitens und somit immer auf den Festsaal ausgerichtet.

Wie noch im Barock dienten auch die Treppenhäuser im Schloss- und Villenbau des 19. Jahrhunderts in erster Linie dem dynastischen Prestige und dem persönlichen Ruhm der Auftraggeber. Dies manifestiert sich vor allem durch das Bildprogramm. Der Betrachter erfährt während des Aufstieges einen Steigerungseffekt. Um das ikonographische Bildprogramm voll erfassen zu können, ist eine Durchwanderung des Treppenhauses nötig und ein längeres Verweilen oftmals erwünscht.

Das Haupttreppenhaus von Schloss Drachenburg war einst mit 24 monumentalen Historiengemälden geschmückt, von denen 13 die wechselreiche Schlossgeschichte überdauert haben. Die erhaltenen Gemälde zeigen Portraits von acht deutschen Kaisern sowie Episoden aus der deutschen Geschichte, wie die „Überführung des Grundsteins zum Kölner Dom“ und die „Begegnung Heinrich des Finklers mit Karl dem Einfältigen“, beide von Friedrich von Keller, der „Sängerkieg auf Nonnenwerth“ und die „Hochzeit eines Kölner Partriziers mit einer englischen Königstochter im Jahr 1201“, beide von Heinrich Heim, sowie die „Turnierszene auf dem Neumarkt zu Köln von 1486“ von Carl Rickelt.

Beleuchtet wurde und wird das Treppenhaus durch Buntglasfenster an der Ostwand. Hier haben sich die einzigen vollständig originalen Buntverglasungen im Schloss erhalten. Unter einer Maßwerkrose mit Reichsadler befindet sich ein fünfteiliges Fenster mit Flechtbandornament.

Die freie Lage der Treppe in einem Wohn- und Gesellschaftszwecken dienenden Haus verlangte eine entschiedene Trennung zwischen Herrschaft und Dienerschaft, so dass das repräsentative Haupttreppenhaus nur zum Zwecke der Reinigung von letzterer betreten werden durfte. Die Anlage von Nebentreppen für die Dienerschaft und den Wirtschaftsverkehr war daher unabdingbar. Eine dieser Nebentreppen befindet sich auf Schloss Drachenburg nördlich vom Haupttreppenhaus, eine weitere als Wendeltreppe im Süden.

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